Gemeinsamer
Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern an der
Adalbert-Stifter-Schule:
Seit
Beginn des Schuljahres 95/96 findet an der Adalbert-Stifter-Schule
"Gemeinsamer Unterricht" von behinderten und nichtbehinderten Schülerinnen
und Schülern statt, zuerst in Form eines Schulversuchs mit einer Klasse. Vor
der Einführung des Gemeinsamen Unterrichts gab es eine intensive Diskussion im
Kollegium, die mit einem fast einstimmigen Beschluss für die Einführung der
Integration endete. Die geringere Anzahl von Kindern in einer Klasse sowie die
Doppelbesetzung und die Teamarbeit wurden als Chance für eine effektive und
kindorientierte Arbeit gesehen - nicht nur für die behinderten, sondern auch
für die nicht-behinderten Kinder.
Wie
sieht der gemeinsame Unterricht an der Adalbert-Stifter-Schule zur Zeit aus?
Im Schuljahr 2001/2002 gibt es an der Adalbert-Stifter-Schule 6 Integrationsklassen mit insgesamt 25 behinderten Schülerinnen und Schülern. Seit Beginn letzten Schuljahres sind nun auch alle Integrationsklassen mit Sonderschulehrkräften besetzt. Ein Team einer Klasse besteht aus dem Regelschullehrer/der Regelschullehrerin und einer Sonderschullehrkraft. Es wird versucht, möglichst viele Stunden mit diesem Team doppelt zu besetzen.
Die räumliche Situation der Integrationsklassen
Das Kollegium und die Schulleitung bemüht sich zur Zeit intensiv, die räumliche Situation der Integrationsklassen zu verbessern. Es gibt leider keine Nebenräume zu den Klassenzimmern, um phasenweise differenziert oder kleingruppenbezogen arbeiten zu können. Zu diesem Zweck benutzen die Kleingruppen freie Räume oder Fachräume sowie die beiden Gruppenräume. Eine besser ausgestattete Küche wäre besonders für diejenigen Schülerinnen und Schüler wichtig, die aufgrund ihrer Behinderung zunehmend auch im lebenspraktischen Bereich gefördert werden müssen.
Unser Fördermaterial
Die Ausstattung mit geeignetem Material zur Förderung und Differenzierung ist im Laufe der Jahre immer umfangreicher geworden, dieses Material kommt selbstverständlich nicht nur den behinderten Kindern in der Klasse zugute, sondern allen Kindern, die es nötig haben.
Zusammenarbeit mit den Grundschulen
Es hat sich im Laufe der Jahre eine sinnvolle Zusammenarbeit mit denjenigen Grundschulen ergeben, die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Sekundarstufe abgeben. Diese Zusammenarbeit reicht von Hospitationen vor der Umschulung über Besuche der Kinder in ihrer neuen Schule bis hin zu gelegentlichem Kontakt bei Fragestellungen und Problemen nach der Umschulung.
Zusammenarbeit im Team
Die
Praxis des Gemeinsamen Unterrichts bedingt ein differenziertes,
individualisiertes Vorgehen im Unterricht sowie eine hohe Bereitschaft zur
Teamarbeit und Kooperation miteinander. Diese Unterrichts- und Sozialformen
(Stichworte: Wochenplanarbeit, Kleingruppenarbeit, projekthaftes, fächerübergreifendes
Vorgehen) werden in den Integrationsklassen nach Möglichkeit angeboten,
sofern es die Situation der Lerngruppe zulässt. Das sonderpädagogische
"know how" kommt dabei selbstverständlich nicht nur den behinderten ,
sondern allen Kindern zugute, die eine Unterstützung nötig haben.
Fortbildung der Lehrer
Diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die im Gemeinsamen Unterricht arbeiten, treffen sich zu regelmäßig stattfindenden Fachkonferenzen, um sich auszutauschen oder Problemstellungen zu erörtern. Die Teilnahme von Referenten zu bestimmten Fragestellung hat sich als sehr positiv erwiesen. Regelmäßige Fortbildungen zu sonderpädagogischen Themen werden ebenfalls regelmäßig genutzt.
Berufsvorbereitung
Breiten Raum nimmt die Berufsvorbereitung ab Klasse 8 ein. Bis jetzt war es nicht schwierig, Stellen für die Betriebspraktika zu finden. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt, den zuständigen Berufsschulen oder außerschulischen Trägern ist es ebenfalls bis jetzt gelungen, jedem Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach Abschluss der Zeit an der Adalbert-Stifter-Schule eine Fördermaßnahme oder die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss zu erreichen, zu vermitteln.
Schulsozialarbeit
Die Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit reicht von regelmäßig stattfindenden gemeinsamen Stunden über eine Hausaufgabenhilfe bis hin zu der Teilnahme an Klassenfahrten.
Der Gemeinsame Unterricht ist ein wichtiger Bestandteil des Schulprofils. Durchweg positiv wird die Tatsache gesehen, dass es durch die Anwesenheit von Sonderschullehrkräften im Kollegium Beratungs- und Fördermöglichkeiten in Hinblick auf schwierige Schüler "vor Ort" gibt.
Unsere Arbeit an der Adalbert-Stifter-Schule zeigt, dass die Integration von behinderten und nicht behinderten Schülerinnen und Schülern an der Regelschule machbar ist und erfolgreich sein kann, wenn die notwendigen Vorraussetzungen geschaffen werden und eine grundsätzliche Bereitschaft aller Beteiligten vorhanden ist.